Der Schulbau in Haiti – Schritt für Schritt zum Ziel

Mitten im benachteiligten Viertel Wharf Jérémie, zwischen Wellblechhütten und auf engster Fläche, standen unsere beiden Schulen: einige gemauerte Räume, die jeweils 300 Kindern Platz boten. Auch wenn es eng und schwül war, stolz trugen die Kinder ihre Schuluniformen und ihre Rucksäcke, für viele ihr erster eigener Besitz.
Doch das verheerende Beben im Januar 2010 erschütterte ebenso unsere Schulen. Eine der beiden Schulen wurde komplett zerstört, die andere stark beschädigt.

PEN PAPER PEACE hat deutschlandweit mittels Kampagnen-und Projektarbeit um Hilfe gebeten, Spendengelder generiert und sich dafür eingesetzt, dass neue Schulen gebaut werden können.

Schauspielerin und Vereinsgründerin Alissa Jung: "Unser größtes Ziel nach dem Beben war es, die zwei Schulen aufzubauen. Erdbebensicher, mit Platz zum Lernen, Spielen, Essen, mit einer ordentlichen Küche, richtigen Toiletten... Das haben wir 2014 erreicht und sind unsagbar glücklich. Nun heißt es den laufenden Betrieb auch in den kommenden Jahren zu sichern!"

Damit die Schulen langfristig an den hierfür ausgewählten Orten bleiben können, wurden zwei Grundstücke erworben. Bis zur Fertigstellung der neuen Gebäude wurde der Unterricht an provisorisch eingerichteten Orten abgehalten.

Die Bauarbeiten wurden durchweg von lokalen Fachkräften durchgeführt. Neben einem Ingenieur arbeiteten Mauerer, Maler, Tischler und ein Architekt an den Projekten. Insgesamt waren rund 30 Mitarbeiter in den Bau involviert.

Baubeginn der beiden Schulen war Mitte September 2013. Um sicherzustellen, dass die Schulen hurrikan- und erdbebensicher sind, wurde besonderer Wert auf ein solides Fundament gelegt. Dieses wurde durch Stahlkonstruktionen gefestigt, die sowohl vertikal als auch horizontal verlegt wurden.

Bereits im Oktober 2014, pünktlich zum neuen Schuljahr, wurde St. Nicolas fertig gestellt, im Februar 2015 auch St. Emma. Über 500 Schülerinnen und Schüler der ersten bis sechsten Jahrgangsstufe sowie von drei Kindergartengruppen haben nun ein richtiges Schulgebäude, eine richtige Küche und hygienische Sanitäranlagen. Allerdings fehlt noch das Geld für Nahrungsmittel, um in der Küche zu kochen und es fehlt an Geld für eine Trinkwasseraufbereitungsanlage, um die Trinkwasserversorgung sicher zu stellen.

Nach drei Jahren Planungs- und Bauphase ist 2015 aus der Idee, neue erdbebensichere Schulen zu bauen, Realität geworden. Dank der Hilfe aus Deutschland haben über 500 Schulkinder wieder einen sicheren Ort zum Lernen. Wir bedanken uns von Herzen bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern und freuen uns sehr darüber, was wir gemeinsam bewirkt haben!


slide2